Der Markt & Ich

Ich spiele jetzt schon seit ungefähr 17 Jahren Video- und Computerspiele. Eine verdammt lange Zeit. Kein anderes Hobby konnte mich so dauerhaft fesseln. Klar, zwischendurch gab es auch (und gibt es immer noch) einige Tiefs, Monate in denen ich so gut wie überhaupt nichts spiele. Aber selbst in dieser Zeit beschäftige ich mich mit der Materie, lese viele verschiedene Online- wie Printmagazine, durchforste Foren und stöbere in Blogs. Das Thema Gaming lässt mich nicht los, ich werde nicht müde, mich mit der Materie zu beschäftigen. Und tatsächlich halte ich den Markt im Moment für sehr spannend und interessant.

Nintendo hat die Videospielindustrie von hinten aufgemischt. Ich persönlich kann zwar mit ihrer Strategie nicht viel anfangen, aber das ist ein Thema für einen anderen Eintrag. Nur so viel vielleicht: Man kann sicherlich nicht bestreiten, dass der Wii rein konzeptionell ein wichtiger und auch richtiger Schritt war. Die Umsetzung und das Softwareangebot halte ich allerdings für arg fragwürdig. Aber wie gesagt, dazu später mehr.

Dann haben wir noch Microsoft und Sony, die sich beide mit ihren NextGen-Konsolen (ist der Begriff NextGen mittlerweile eigentlich noch zutreffend?) um Stücke des gleichen Kuchens streiten. Ich habe mich dabei frühzeitig auf die Seite Microsofts geschlagen, nicht im fanboyschen Sinn, sondern einfach durch den Kauf einer 360. Und ich bin hochzufrieden, was einzig und allein am wirklich großartigen Lineup liegt – ehrlich, ich kann mich im Moment vor erstklassigen Titeln nicht retten. Dabei ist für mich auch die angebliche Stagnation der Branche und ihrer Ideen nicht wirklich zu sehen. Klar, es gibt nicht jeden Tag ein neues Bioshock, aber es sind so viele hervorragende Spiele auf dem Markt, die zwar nicht das Rad neu erfinden aber trotzdem (oder vielleicht auch deshalb) einfach Spaß machen. Und wenn ich schon mal dabei bin:

Ich sehe auch nicht, warum „früher alles besser“ gewesen sein soll. Es gab früher Softwareschrott, genauso wie heute. Ich verstehe einfach das Gejammer über den ach so schrecklichen Spielemarkt nicht. Wenn ich mich entscheiden könnte, ob ich lieber die Spiele von heute oder die, sagen wir mal der frühen 90er haben möchte, ich würde keine Sekunde zögern und mich für die aktuellen Titel entscheiden. Was nicht heißt, dass ich alles „Alte“ per se schlecht finde. Ganz im Gegenteil – Gerade sitze ich wieder an Super Metroid für Nintendos seliges SNES, welches ich bis heute für eines der genialsten Spiele überhaupt halte. Das nur am Rande – Aber die aktuelle Spielelandschaft bietet so viel! Für jeden Geschmack. Okay, wahrscheinlich nur fast jeden. Und die, die wirklich nichts finden (wollen?), kramen halt ihre alten Konsolen wieder raus. So einfach ist das.

Übersehe ich vielleicht irgendwas? Sehe ich vielleicht den Wald vor lauter Bäumen nicht? Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen… Gut, das war gelogen 😛

Aber versuchen könnt ihr es ja trotzdem.

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7 Antworten to “Der Markt & Ich”

  1. Ich bin zu einem kleinen Sammler von Konsolen und Computerspielen geworden. Zocke auch gerne auch alte Spiele. Nostalgie hin oder her, ich finde die aktuellen games einfach klasse und zocke die neuen Titel am meisten.

    Ich habe die Xbox 360 selbst und es gibt dafür auch massig Spiele die einfach klasse sind. Die Grafik ist echt klasse, ich finde die besser als bei den aktuellen Titel die es für die PS3 gib.
    Leider muss ich sagen, dass ich mit der Xbox 350, also der Konsole selbst, unzufrieden bin. Abgesehen von den 3 berühmten lichtern, die ich bis jetzt nur live beim Kumpel gesehen habe find ich die Konsole zu Laut und die bleibt sehr oft Hängen.

    Die du bereits es schon angedeutet hast find ich den begriff NextGen nicht mehr zutreffend. Die Technologie die in der Xbox 360 steckt ist heute Standart und die PS3 kann grade mal noch dem Blueray Laufwerk an Nextgen kratzen.

  2. Ich glaube das der Hauptgrund dieser „früher war alles besser“-Spieler hauptsächlich sowhol romantisiert zurückschauen (beispielsweise „One Man and his Droid“, früher als kleiner Stoppelhoppser stundenlang gespielt, die besten Erinnerungen daran und am Wochenende wieder rausgekramt: grauenhaftes gameplay!) als auch den fehlenden „Mut“ der Entwickler etwas abseits der Route gehen. Letzteres wird sich wohl nicht so schnell ändern solange die Industrie sich wie die Filmindustrie oder die Musikindustrie versteht.

    Wenn ich hier einen kleinen Buchtipp geben darf:
    „Comics neu erfinden“ von Scott McCloud
    Hat nicht direkt etwas mit Spielen zu tun aber beim Lesen des Buches (das in Comicform gehalten ist! sehr genial!) musste ich über SO VIELE Parallelen zur Spieleindustrie staunen, besonders darüber wie die Spieleindustrie funktioniert und bis vor ein paar Jahren, vor dem Wii hätte sogar die Problematik mit der begrenzen Käuferschaft gepasst…

  3. Ich denke, Kreon trifft den Nagel mit der Krone im Gesicht … oder so…

    Viele Erinnerungen an frühere Spiele sind stark emotional belastet. Das Spiel das man stundenlang mit seinen Kumpels gespielt hat, das Spiel das man nach tagelanger Übung endlich überwunden hat, um dann auf dem Schulhof damit anzugeben… deswegen funktionieren meiner Meinung nach die Achievments auf der Xbox auch so hervorragend. Selten hatte ich ein so befriedigendes Spielerlebnis wie zu dem Zeitpunkt als ich in Bioshock das „Irony“ Achievment bekam, denn das war, als würden mir die Entwickler auf die Schulter klopfen und sagen „Yo, sehr gute Idee! Du bist witzig…“

    Ein Nervfaktor der heutigen Spielindustrie ist halt auch das dauernde Wiederaufkochen schon längst bekannter Spielprinzipien. Ich meine, wie viele Maddens hatten wir jetzt schon? Ich für meinen Teil scheue mich jedenfalls vor jedem Spiel, dessen Name eine Zahl > 3 beinhaltet, die keine Jahreszahl ist…

  4. Wenn ich hier einen kleinen Buchtipp geben darf:
    “Comics neu erfinden” von Scott McCloud

    Danke für den Tipp, da werde ich definitiv mal reinschauen.

    Ein Nervfaktor der heutigen Spielindustrie ist halt auch das dauernde Wiederaufkochen schon längst bekannter Spielprinzipien. Ich meine, wie viele Maddens hatten wir jetzt schon? Ich für meinen Teil scheue mich jedenfalls vor jedem Spiel, dessen Name eine Zahl > 3 beinhaltet, die keine Jahreszahl ist…

    Das Problem bestand aber auch schon früher. Wenn ich an beispielsweise an die Might & Magic oder Wizardry Reihe denke – das waren alles gute Spiele, auch in der x-ten Fortsetzung, keine Frage, aber das sind die ganzen Fifas & Co ja auch.

  5. Wizardry war bis zum Ende eine großartige Serie, Might and Magic allerdings verlor nach Teil 6 rapide an Qualität, wobei might and magics idee teil 4 und 5 zu einem großen teil zusammenzufassen ich noch heute als eine total unausgeschöpfte Spieleidee ansehe. übernehmen von Charakteren in eine Fortsetzung ist ja keine neue Idee gewesen und bis Baldurs Gate 2 gang und gebe in Westrollenspielen, aber die Tatsache das man zusammen aus der Fortsetzung und dem Nachfolger noch einmal ein komplett neues Spiel generieren kann, das war total klasse.

  6. wobei might and magics idee teil 4 und 5 zu einem großen teil zusammenzufassen ich noch heute als eine total unausgeschöpfte Spieleidee ansehe.

    Zufällig habe ich gerade letztens die World Of Xeen, also M&M 4&5 noch einmal durchgespielt und hatte wieder richtig viel Spaß dabei. Und ja, die Idee ist meines Wissens nach echt einzigartig bis heute.

  7. Alsoooo … mal ein etwas später Kommentar: „Früher war alles besser“ ist eh nur eine doofe Ausrede, wenn sie nicht näher begründet ist. Was meiner Meinung nach wirklich schade ist, wenn aufgrund bestimmter „Entwicklungspfade“ – oder reden wir mal Klartext: kraft „kommerzieller Sachzwänge“ – manche Dinge fast ausgestorben sind. Klar, solche Dinge wie Baldurs Gate hatten sich irgendwann mal „ausgelaufen“. Aber ich find’s irgendwie schade, dass diese „trisometrischen Rollenspiele“ faktisch nicht mehr existieren. Irgendwie habe ich dabei immer das Gefühl, dass dabei noch nicht wirklich viel ausgereizt wurde. Solch eine Perle wie die Fallout-Serie oder auch Arcanum (was natürlich alles Geschmackssache ist 😉 ) fänd‘ ich heute sicherlich nicht mehr oder nur schwer.

    Faktisch ist’s dann eher eine Kritik am allg. Anspruch, der m.E. – und selbstkritisch reflektiert – auch auf früher anzuwenden ist: Denn oben erwähnte Spiele sind halt Ausnahmen. So wie Morrowind, Gothic usw. die Ausnahmen von heute sein werden.

    // Arbo

    P.S.: Ich habe mich hier mal ausschließlich nur auf PC-Games bezogen. Bei Konsole habe ich nicht so viel Ahnung, würde aber, schon rein von den graphischen Dingen, die ich so kenne, durchaus zustimmen, dass „moderne“ Games von heute durchaus einen höheren Spielanreiz besitzen – jedenfalls bei mir.

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