Archiv für Juni, 2008

Spore, anyone?

Posted in Nicht kategorisiert on Juni 22, 2008 by ranor

Christian hat mich mit seinem Beitrag über Spore dazu gebracht, mal nachzufragen: Interessiert sich wirklich irgendjemand für Spore? Und, noch wichtiger, glaubt irgendwer ernsthaft, dass Spore ein genauso großer Hit wird wie „Die Sims“? Ernsthaft? Ich wage das zu bezweifeln und würde auch meinen Ninja Gaiden-Skill drauf verwetten, dass Spore eher kein Hit wird. Warum? Die Thematik und das Design sind einfach zu nerdig. Der Erfolg der Sims ist doch nicht nur dem eigentlichen Spieldesign geschuldet, sondern vor allem dem Thema: Es ist eine Alltags“simulation“, in der Menschen und nicht irgendwelche Kreaturen die Hauptrolle spielen. DAS spricht die GelegensheitspielerInnen an. Spore geht da völlig am Markt vorbei: Für die Kernspieler setzt sich das Spiel zu sehr zwischen alle Stühle (Aufbausimulation, Lebenssimulation, Echtzeitstrategie, Baukasten,…) und wird auf keinem Gebiet wirklich überzeigen können, und alle anderen werden bei dem bunten Kreaturenklimbim wohl die Nase rümpfen. Das Ding ist völlig überschätzt und wird seinem Hype weder spielerisch noch kommerziell in irgendeiner Weise gerecht werden.

Mein Wort drauf.

Atari dreht am Rad

Posted in Nicht kategorisiert on Juni 20, 2008 by ranor

Was ist denn da los? Manchmal komme ich bei dem Verhalten von Publishern wirklich nicht mehr hinterher. Und obwohl ich persönlich keine großer Freund von 4players und ihrer Tendenz zur Selbstdarstellung bin, ist es in diesem Fall durchaus gerechtfertigt die ganze Sache öffentlich zu machen.

Back In Black

Posted in Ninja Gaiden, videospiele on Juni 19, 2008 by ranor

Ich lebe noch! Und neben einer kleinen Umgestaltung gibt es auch was neues zu lesen.

Reviews von Spielen sind ja etwas feines. Man kann sich hemmungslos über die Meinung des Testers aufregen oder, in den selteneren Fällen, auch dem einen oder anderen Punkt zustimmen. Schließlich hat man ja schon eine Meinung zu dem Spiel, bevor man den Test gelesen hat und möchte diese nur noch bestätigt sehen. Das kennen wir sicherlich alle. Besonders interessant wird es immer dann, wenn man auch noch eine wirklicher Fan des jeweiligen Spiels oder am besten gleich der ganzen Reihe ist. Dann werden so ziemlich alle Kritikpunkte umgedeutet und als positiv ausgelegt, getreu dem Motto: „Die Entwickler wollten das genaus so haben.“

Und, wie man es sich vielleicht schon denken kann, bin ich momentan auch einer dieser fanboys. Denn Ninja Gaiden II ist vor kurzem erschienen. Der erste Teil ist für mich eines der besten Spiele der letzten Konsolengeneration, welches schon alleine durch sein Kampfsystem einen Platz im Spieleolymp verdient hat. Wer sich einmal wirklich damit beschäftigt hat, will nie wieder ein Devil May Cry oder gar ein God Of War spielen. Ninja Gaiden ist schnell, hart, komplex und gnadenlos. Es zwingt einen, sich mit dem Spiel wirklich und ausführlich auseinanderzusetzen. Es vergibt keinen Fehler. Buttonmashing – tot. Deckung fallen lassen – tot.  Einen Augenblick unkonzentriert – tot. Und es ist dabei niemals unfair. Ist es zu hart, bist du zu schlecht. Wie stand damals so schön in der amerikanischen play: „The game pushes you and pushes you and then pushes you some more, forcing you to become the gamer you once were.“ Auf den Punkt gebracht. Nicht das ich der Meinung bin, dass alle Spiele so sein sollten, dies wäre dann wohl etwas zu viel des Schweren. Aber in einer Zeit, in der Anspruch immer mehr dem „casual gaming“ geopfert wird (jammer, jammer), ist es schön, auf ein Spiel zu stoßen, welches den Spieler wirklich fordert und ihm alles abverlangt.

Und deshalb war ich auch so auf Teil 2 gespannt. NG 2 ist wie sein Vorgänger, nur etwas anders. Man hat diesmal eine sich teilweise wiederaufladende Energieleiste eingeführt. Diese macht das Spiel aber nicht unbedingt leichter, da man es mit deutlich mehr Gegnern zu tun hat. Kämpfe gegen zehn Feinde gleichzeitig sind keine Seltenheit. Ansonsten hat man noch den leichten Action-adventure Einschlag entfernt, soll heißen, NG 2 ist komplett linear. Ein Kampf nach dem anderen, was allerdings bei dem großartigen Kampfsystem nicht unbedingt ein Nachteil ist. Die ganzen Kritikpunkte der Fachpresse sind mir, um mal auf meinen Einstieg zurückzukommen, völlig egal: Die Kameraführung ist sicherlich gewöhnungsbedürftig, aber mir fällt für ein Spiel mit der Geschwindig eines NG einfach keine bessere Lösung ein. Von „grauenhaft“ und „katastrophal“ würde ich in dem Zusammenhang auf keinen Fall sprechen. Besonders gerne wird NG 2 aber vorgeworfen es sei, im Gegensatz zu seinem Vorgänger, unfair. Um mal den Test auf Eurogamer zu zitieren: „The game isn’t challenging you to improve your skills or work out a cunning solution. It’s just kicking your arse until you get lucky.“

Das ist natürlich ausgemachter Blödsinn. Mit Glück hat NG 2 nichts zu tun. Es ist genauso fair wie Teil 1, es erfordert nur eine etwas andere Spielweise. In NG hat man versucht jeden Kampf so perfekt wie möglich zu beenden, da Lebensenergie ein knappes Gut war. In NG 2 verliert man in vielen Situationen sehr viel eher Lebensenergie (aber nicht zwingend!), was meistens der Masse an Gegnern geschuldet ist. Dank des neuen Lebensenergiesystems ist das aber nicht weiter tragisch. Der Fokus der Kämpfe hat sich einfach verlagert. Wenn ich ehrlich bin, finde ich NG 2 sogar etwas leichter als Teil 1, zumindest in den Bosskämpfen. Die Kämpfe gegen die „normalen“ Gegner hingegen sind deutlich schwerer geworden.

Als Fazit lässt sich festhalten: NG 2 ist ein grandioses Spiel, aber sicherlich Geschmackssache. Wer den ersten Teil geliebt hat, der wird auch diesen hier lieben und wer God Of War bisher für den Olymp dieses Genres gehalten hat, sollte NG 2 einmal spielen und danach seine Meinung überdenken. Mir hat es auch viel mehr Spaß gemacht als das in meinen Augen völlig überwertete GTA 4, was sicherlich auch daran liegt, dass NG 2 einen immens hohen Wiederspielwert hat. Für mich jetzt schon mein Spiel des Jahres. Punkt.