Back In Black

Ich lebe noch! Und neben einer kleinen Umgestaltung gibt es auch was neues zu lesen.

Reviews von Spielen sind ja etwas feines. Man kann sich hemmungslos über die Meinung des Testers aufregen oder, in den selteneren Fällen, auch dem einen oder anderen Punkt zustimmen. Schließlich hat man ja schon eine Meinung zu dem Spiel, bevor man den Test gelesen hat und möchte diese nur noch bestätigt sehen. Das kennen wir sicherlich alle. Besonders interessant wird es immer dann, wenn man auch noch eine wirklicher Fan des jeweiligen Spiels oder am besten gleich der ganzen Reihe ist. Dann werden so ziemlich alle Kritikpunkte umgedeutet und als positiv ausgelegt, getreu dem Motto: „Die Entwickler wollten das genaus so haben.“

Und, wie man es sich vielleicht schon denken kann, bin ich momentan auch einer dieser fanboys. Denn Ninja Gaiden II ist vor kurzem erschienen. Der erste Teil ist für mich eines der besten Spiele der letzten Konsolengeneration, welches schon alleine durch sein Kampfsystem einen Platz im Spieleolymp verdient hat. Wer sich einmal wirklich damit beschäftigt hat, will nie wieder ein Devil May Cry oder gar ein God Of War spielen. Ninja Gaiden ist schnell, hart, komplex und gnadenlos. Es zwingt einen, sich mit dem Spiel wirklich und ausführlich auseinanderzusetzen. Es vergibt keinen Fehler. Buttonmashing – tot. Deckung fallen lassen – tot.  Einen Augenblick unkonzentriert – tot. Und es ist dabei niemals unfair. Ist es zu hart, bist du zu schlecht. Wie stand damals so schön in der amerikanischen play: „The game pushes you and pushes you and then pushes you some more, forcing you to become the gamer you once were.“ Auf den Punkt gebracht. Nicht das ich der Meinung bin, dass alle Spiele so sein sollten, dies wäre dann wohl etwas zu viel des Schweren. Aber in einer Zeit, in der Anspruch immer mehr dem „casual gaming“ geopfert wird (jammer, jammer), ist es schön, auf ein Spiel zu stoßen, welches den Spieler wirklich fordert und ihm alles abverlangt.

Und deshalb war ich auch so auf Teil 2 gespannt. NG 2 ist wie sein Vorgänger, nur etwas anders. Man hat diesmal eine sich teilweise wiederaufladende Energieleiste eingeführt. Diese macht das Spiel aber nicht unbedingt leichter, da man es mit deutlich mehr Gegnern zu tun hat. Kämpfe gegen zehn Feinde gleichzeitig sind keine Seltenheit. Ansonsten hat man noch den leichten Action-adventure Einschlag entfernt, soll heißen, NG 2 ist komplett linear. Ein Kampf nach dem anderen, was allerdings bei dem großartigen Kampfsystem nicht unbedingt ein Nachteil ist. Die ganzen Kritikpunkte der Fachpresse sind mir, um mal auf meinen Einstieg zurückzukommen, völlig egal: Die Kameraführung ist sicherlich gewöhnungsbedürftig, aber mir fällt für ein Spiel mit der Geschwindig eines NG einfach keine bessere Lösung ein. Von „grauenhaft“ und „katastrophal“ würde ich in dem Zusammenhang auf keinen Fall sprechen. Besonders gerne wird NG 2 aber vorgeworfen es sei, im Gegensatz zu seinem Vorgänger, unfair. Um mal den Test auf Eurogamer zu zitieren: „The game isn’t challenging you to improve your skills or work out a cunning solution. It’s just kicking your arse until you get lucky.“

Das ist natürlich ausgemachter Blödsinn. Mit Glück hat NG 2 nichts zu tun. Es ist genauso fair wie Teil 1, es erfordert nur eine etwas andere Spielweise. In NG hat man versucht jeden Kampf so perfekt wie möglich zu beenden, da Lebensenergie ein knappes Gut war. In NG 2 verliert man in vielen Situationen sehr viel eher Lebensenergie (aber nicht zwingend!), was meistens der Masse an Gegnern geschuldet ist. Dank des neuen Lebensenergiesystems ist das aber nicht weiter tragisch. Der Fokus der Kämpfe hat sich einfach verlagert. Wenn ich ehrlich bin, finde ich NG 2 sogar etwas leichter als Teil 1, zumindest in den Bosskämpfen. Die Kämpfe gegen die „normalen“ Gegner hingegen sind deutlich schwerer geworden.

Als Fazit lässt sich festhalten: NG 2 ist ein grandioses Spiel, aber sicherlich Geschmackssache. Wer den ersten Teil geliebt hat, der wird auch diesen hier lieben und wer God Of War bisher für den Olymp dieses Genres gehalten hat, sollte NG 2 einmal spielen und danach seine Meinung überdenken. Mir hat es auch viel mehr Spaß gemacht als das in meinen Augen völlig überwertete GTA 4, was sicherlich auch daran liegt, dass NG 2 einen immens hohen Wiederspielwert hat. Für mich jetzt schon mein Spiel des Jahres. Punkt.

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5 Antworten to “Back In Black”

  1. Hui, ich bin noch schwer mit mir am ringen, aber NG2 könnte für mich der Systemseller für die 360 werden. Wenn dann werde ich aber auch die neue, angeblich leisere Variante warten. Hört sich schon verdammt geil an das Spiel.

  2. Ninja Gaiden 2 ist wirklich der Hammer! Ich finde die Standardkämpfe auch um einiges leichter als in den vorherigem Teil, dafür kriege ich bei den Bossen regelmäßig die Krise. Derzeit hänge ich gerade bei dem Dicken Golem bei der Brücke fest. Einmal konnte ich ihn bereits besiegen, wurde dann aber gleich im darauffolgenden kampf gegen massen an standard gegnern platt gemacht. 😦 irgendwelche tipps für mich von einem profi wie dir? 😉

  3. @ Holger
    Auf eine leisere 360 würde ich nicht warten, da ich stark bezweifle das eine leisere überhaupt erscheint – die meisten Geräusche verursacht das DVD-Laufwerk und das lässt sich kaum leiser machen.

    @milage
    Golem an der Brücke? Irgendwie stehe ich da gerade auf dem Schlauch. In was für einem Kapitel ist das denn?

  4. müsste kapitel 4 sein. man kämpft sich eine brücke gegen lauter fliegende monster entlang und am ende der brücke wird man durch eine cutscene unterbrochen, bei der ein riesen „golem“ die brücke einreißt. danach steht man dem dicken dann im direkten kampf gegenüber. hält man zu viel abstand, wirft er mit autos und steinen nach einem. geht man zu dicht ran, tritt er auf einen oder versucht mit den händen einen zu plätten.
    ich komme einfach nicht weiter an der stelle… 😦

  5. Starcraft 2

    Back In Black | Abgespielt

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